Sonntag, 18. März 2018

Über Diesel Affäre, Fahrverbote und meine Autos

Es ging los mit Volkswagen und Ihren Schummeldieseln. Es war 2015 und es wurde gelogen und betrogen bei der Software von VW. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich ein paar (einige) Call Optionen auf VW.
Ich komme nichts ahnend ins Büro und im morgentlichen Team Meeting fragte jemand ob irgendwer VW Aktien besäße... VW hat jahrelang bei den Abgasen beschissen und muss vermutlich Milliarden Strafen zahlen. Nach dem Meeting checkte ich mein Portfolio...
OK, Calloptionen sind um 90% gefallen. Geilo. Nun gut, ich konnte die Position retten mit dem Zukauf von anderen Optionen und bin nach 2 Tagen mit einem leichten Plus raus. Die Aktie war ja super volatil.

Nun ging es weiter, ich habe natürlich einen Wagen bei dem geschummelt wurde. Ich fahre als Kilometerschleuder einen Skoda Fabia 2 mit dem EA189 Motor. Es ist der 1,6 l Diesel mit 90 PS und da ich fast nur Autobahn fahre mit 4,5 - 5,2l Verbrauch sehr günstig.
Leider habe ich den Wagen nicht bei einem VW Händler gekauft, sonst hätte ich jetzt vermutlich die Möglichkeit den Wagen gegen einen neuen einzutauchen. Da meiner nun schon über 200.000 KM gelaufen ist, käme mir das natürlich gelegen.
Es folgten Briefe von Skoda das es bald eine Umrüstung und ein Softwareupdate geben würde und ich dann in die Werkstatt kommen soll. Eigentlich ist 1,5 Jahre gar nichts passiert. Dann kam die Einladung in die Werkstatt. Ich habe alle Briefe erstmal ignoriert. Schau erstmal was bei den anderen passiert habe ich mir gedacht.
Dann kam raus, die Updates bringen rein gar nichts. Nur auf dem Papier sieht's gut aus. Als nicht Ingenieur habe ich mir folgende Frage gestellt:
"Warum sollte jetzt ein Softwareupdate genau das hinbekommen, was sie bei der Entwicklung des Motors nicht geschafft haben und stattdessen beschissen haben?"
-- Weil sie es nicht können, ganz einfach.
Dann kam der lachhafte Dieselgipfel. Politiker und Autoindustrie treffen sich und beschließen das alle anderen Marken auch ein Softwareupdate machen. Dabei hat gerade VW gezeigt, dass sie es nicht hinbekommen.
Nach dem auffliegen der des Skandals mussten wir uns einen großen Familien Van kaufen. Den haben wir auch als Diesel gekauft und der Verbrauch ist auch mit 6,3 l super. Zu der Zeit war aber auch noch keine Rede von Fahrverboten...
Ab 2017 ging es dann los. In den Großstädten soll es ab sofort Fahrverbote für Diesel geben. Chaka, vor einem Jahr 20.000€ für ein Auto bezahlt und damit darf ich dann in keine Grossstadt mehr. Geil.
Nun gut, wir wohnen eher ländlich und in die Großstadt müssen wir nicht wirklich. Mal in den Zoo nach Hannover, mal zum Flughafen oder ins Stadion. Das war's eigentlich. Das gilt allerdings nur für die Familienkutsche. Für den Skoda zählt das nicht.
Mit dem Skoda muss ich nämlich nach Düsseldorf fahren. Und wie wir alle wissen, stehen München, Düsseldorf und Stuttgart ganz weit oben auf der Liste mit Fahrverboten. NRW will keine Fahrverbote und ich hoffe das bleibt so. Mein Fabia bekommt kommende Woche nämlich einen neuen Zahnriemen und dann wollte ich den Karren noch weitere 100.000 KM, also 3 Jahre fahren. Bis September 2019 wird es, soweit ich verstanden habe, keine Fahrverbote für Euro 5 Diesel geben. Aber selbst danach müsste der Wagen noch 1,5 Jahre nach Düsseldorf fahren. Also was werde ich tun?
Sollte es wirklich Fahrverbote geben. Werde ich drauf scheißen. Ich fahre trotzdem rein. Selbst wenn ich 2 Mal im Jahr erwischt werden sollte, ist das günstiger als einen neuen Wagen anzuschaffen.
Bei dem Familienkutsche ist das ähnlich. Damit fahren wir ja höchstens 3 Mal im Jahr in eine Großstadt. Da muss uns erstmal jemand erwischen. Der Wagen ist aber auch noch keine 4 Jahre alt und eigentlich müssen wir ihn noch ca 6-8 Jahre fahren damit er sich gerechnet hat.

Keine Kommentare :

Kommentar veröffentlichen